Aufruf gegen das Nazikonzert „Rock gegen Überfremdung“ diesen Samstag in Kirchheim/Thüringen

Kein Raum für Hassmusik: Für eine offene Gesellschaft – Rassismus und Nationalismus entgegentreten

Am kommenden Sonnabend, den 20.08.2016 wird im „Veranstaltungszentrum Erfurter Kreuz“ ein weiteres, neonazistisches RechtsRock-Event stattfinden. Die Veranstalter gehen von über 1000 teilnehmenden Nazis aus. Wenn es so kommt, wären mehr Nazis, RassistInnen und HolocaustleugnerInnen im Dorf, als es EinwohnerInnen gibt!

Die Veranstalter haben das Konzert seit Mai beworben, den Veranstaltungsort jedoch bewusst geheim gehalten. Mal kursierte Leuna in Sachsen-Anhalt als Austragungsort, mal Weimar. Erst am vergangenen Sonntag verdichteten sich die Hinweise auf den „Raum Erfurt“ und letztlich auf Kirchheim.

Das „Veranstaltungszentrum Erfurter Kreuz“, welches früher den Namen „Erlebnisscheune“ trug, ist seit Jahren eine feste Größe in der bundesdeutschen RechtsRock-Szene. Seit mehr etwa sieben Jahren finden hier mehrere Dutzend RechtsRock-Konzerte aller Stilrichtungen statt, die Bundesregierung zählt diese Location zu einem der zwei meistgenutzten Konzertstandorte in Deutschland.
Vieles deutet darauf hin, dass es bei dem Open Air am Wochenende darum geht Geld einzuwerben. Zentrale Köpfe der gut vernetzten thüringischen Neonazi-Subkultur sind derzeit in Erfurt angeklagt, im Februar 2014 eine Kirmesgesellschaft in Ballstädt brutal überfallen zu haben. Dabei sind mehrere Menschen teils erheblich verletzt worden. Mit einem RechtsRock-Open Air dieser Art lassen sich leicht einige tausend Euro verdienen, die dann in die Taschen der Anwälte der Angeklagten fließen könnten.

Den Veranstaltern ist es offensichtlich gelungen bekannte Namen der bundesdeutschen RecchtsRock-Szene für das Konzert einzukaufen. Angekündigt sind beispielsweise „Die Lunikoff-Verschwörung“, deren Frontmann Regener einst selbst wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung verurteilt worden war oder Makss Damage, der bekannte Nazi-Rapper. Auch die anderen vier Bands sind keine unbekannten Formationen.

Damit das Ganze auch ungefährdet stattfinden kann, wurde das Event versammlungsrechtlich als Kundgebung angemeldet. So deklariert steht das Konzert unter dem Schutz des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit. Dabei sind auch die Redner interessant. Es ist etwa Michael Zeise angekündigt, der bei einem ähnlichen Event im Juni in Sömmerda am Redepult drohte „Wir werden mit hunderten sportlichen Kerlen durch die roten Viertel laufen und notfalls Kommunisten auf die Fresse hauen“. Der Redner für die extrem rechte Initiative „Wir lieben Ostthüringen“, Robert Köcher war bei den Ausschreitungen von Neonazis im sächsischen Freital dabei. Der Funktionär des Holocaustleugnernetzwerks „Europäische Aktion“, Axel Schlimper fabulierte im vergangen Jahr mehrfach von der Bedrohung des deutschen Volkes durch eine „eurasisch-negroide Mischrasse“ und Dieter Riefling, dessen Vorstrafenregister einschlägig und umfangreich ist, saß bis Anfang Juni noch wegen eines Volksverhetzungsdelikts ein, das er 2012 beim Geraer „Rock für Deutschland“ begangen hatte. Er hatte die Moderatorin und Filmemacherin Mo Asumang rassistisch beleidigt.

Genug Gründe um sich auch diesem neonazistischen Groß-Event entgegenzustellen. Eine menschenrechtsorientierte, offene, demokratische und vielfältige Gesellschaft darf das Raumgreifen dieser Kultur des Hasses, der Herabwürdigung und der Gewalt nicht hinnehmen.
Musik und Reden an diesem Tag werden Werte wie die unteilbare Menschenwürde und den Gleichheitsgrundsatz zu delegitimieren suchen, Geflüchtete rassistisch herabwürdigen, ein völkisches Weltbild und ein abgeschottetes, am Nationalsozialismus orientiertes Deutschland propagieren.

Am Sonnabend, den 20.08.2016 ab 10 Uhr können ihr/können Sie diesen Neonazis zeigen, dass deren Menschenverachtung nicht unwidersprochen ist! Beteiligt euch/ beteiligen Sie sich an der Gegenkundgebung gegen das Hass-Konzert „Rock gegen Überfremdung! Die Gegenkundgebung findet an der Arnstädterstraße statt unmittelbar oberhalb des Veranstaltungsortes der Neonazis.

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