17.04.2019 Lesung und Gespräch mit Claus Kristen und Silvia Saß

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Ein Leben in Manneszucht. Von Kolonien und Novemberrevolution – „Städtebezwinger“ Georg Maercker

Im November 1918 hat die Monarchie im Deutschen Reich abgewirtschaftet. Es folgen die Errichtung einer parlamentarischen Demokratie und weitere Reformen wie das Frauenwahlrecht und der Acht-Stunden-Tag. Dennoch bleiben zwei zentrale Forderungen nach einer grundlegenden Veränderung der Gesellschaftsstruktur unerfüllt: Sozialisierung und Entmilitarisierung.

Im Laufe des Jahres 1919 kommt es daher zu einer „zweiten Revolution“, getragen von Arbeiter- und Soldatenräten. Zu deren Niederschlagung entsendet die Reichsregierung mangels funktionierender Heeresstrukturen Freikorpsverbände. Eines davon ist das „Freiwillige Landesjägerkorps“ des Generalmajors Georg Maercker. Im Februar 1919 wird es auch zum militärischen Schutz der sich konstituierenden Nationalversammlung in Weimar eingesetzt, bevor ein Feldzug kreuz und quer durch Mitteldeutschland beginnt. Maercker hatte seine militärischen Erfahrungen bereits beim Völkermord an den Herero und Nama gesammelt, er war an der Niederschlagung der Aufstände in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika beteiligt.

Am Beispiel des „Städtebezwingers“ Georg Maercker befassen sich Claus Kristen und Silvia Saß mit preußischer Militärtradition, deutscher Kolonialherrschaft, Freikorpsbewegung sowie dem aktuellen Diskurs über das Verhältnis von Kolonialismus und Nationalsozialismus.

Wann: 17.04.2019, 19 Uhr
Wo: Radio F.R.E.I., Gotthardstraße 21
Weitere Informationen:  https://www.facebook.com/events/308021649863643

Die Veranstaltung wird organisiert von:
Decolonize Erfurt
Projektgruppe „Erfurt im Nationalsozialismus“ beim DGB-Bildungswerk Thüringen e.V.
In Kooperation mit dem Eine Welt Netzwerk Thüringen e.V.

 

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10.04.2019 Workshop mit Serge Palaise „Schwarz ist der Ozean – Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun?“

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Aktuelle globale Phänomene mit Nord-Süd-Bezug lassen sich kaum ohne einen Blick auf die Geschichte erklären. Wie entstand das transatlantische System, das durch Wirtschaft, Politik und Werte verbunden ist? Wie entstand der „moderne“ Rassismus? Wo hat unsere aktuelle globale Arbeitsteilung, also Rohstoffproduktion im Süden, industrielle Verarbeitung im Norden, ihren Ursprung? Wer profitiert von ihr und wer nicht? Was haben zwangsrekrutierte Kolonialsoldaten in beiden Weltkriegen mit der Etablierung der Demokratie in Deutschland zu tun?

Diese und andere Fragen versucht der Workshop „Schwarz ist der Ozean – Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun?“ mithilfe der gleichnamigen Ausstellung zu beantworten. Der Workshop mit Serge Palaise will einseitige historische Schuldzuweisungen vermeiden, historische Verantwortung aber klar benennen. Wir müssen die Kolonialgeschichte und die Geschichte des transatlantischen Sklavenhandels kennen, um der ungleichen Verteilung von Möglichkeiten in unserer eigenen Gesellschaft und weltweit zukünftig entgegenzutreten.

Wann: 10.04.2019, 18-20 Uhr
Wo: Haus Dacheröden, Anger 37
Weitere Informationen:   https://www.facebook.com/events/2287535017956871

Eine Veranstaltung von DOMiD e.V. in Kooperation mit Decolonize Erfurt und dem AWO Regionalverband Mitte-West-Thüringen e.V.

 

 

10.04.2019 Zweiter dekolonialer Stadtrundgang

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Nachdem der erste dekoloniale Stadtrundgang am 13. März auf großes Interesse gestoßen ist, bietet Decolonize Erfurt am 10. April um 16 Uhr einen zweiten öffentlichen Stadtrundgang an. Im Anschluss daran findet um 18 Uhr im Haus Dacheröden (Anger 37) in Kooperation mit der interaktiven Ausstellung „Meinwanderungsland“ ein Workshop mit Serge Palaise statt zum Thema: „Schwarz ist der Ozean – Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun?“
Die interaktive Ausstellung „Meinwanderungsland“ ist am 10. April von 12-17 Uhr und am 11. April von 13-18 Uhr am Anger 1 zu sehen.

Wann: 10.4.2019, 16 Uhr
Treffpunkt: Anger 1 (am neuen Angerbrunnen)
Weitere Informationen:  https://www.facebook.com/events/277012866544126

13.03.2019 – Kolonialismus in Erfurt, 1503 bis heute

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Was hat der Erfurter Fischmarkt mit Kolonialismus zu tun? Was die Straßennamen auf Karten, die Tourist*innen zur Orientierung dienen? Welche koloniale Geschichte haben Karten überhaupt? Wie ist die reichste Familie Erfurts reich geworden? Inwiefern weisen der Domplatz, das Theater oder der Zoopark koloniale Kontinuitäten auf? Was für eine Botschaft transportiert die „Südseesammlung“? Und gibt es vielleicht sogar historische Verbindungslinien zwischen Erfurt und antikolonialen Kämpfen?

Stadtrundgang und Ausstellung beantworten diese und noch viele andere Fragen. Ihre Ausgangsthese lautet, dass der heutige Rassismus und die fehlende, unvollständige oder beschönigende Erinnerung an den Kolonialismus untrennbar miteinander zusammenhängen. Wie der Blog, der sie begleitet, sind Stadtrundgang und Ausstellung als geschichtspolitische Interventionen angelegt, die Partei ergreifen für eine gewaltfreie, egalitäre und demokratische Zukunft. Thematisiert wird daher nicht nur das (relativ) Offenkundige, z.B. der Handel mit versklavten Menschen oder der koloniale Genozid, sondern auch das, worüber kein Konsens besteht, das vermeintlich Neutrale etwa in Wissenschaft und musealer Darstellung oder das vermeintlich Harmlose, z.B. eine Figur im Schaufenster, eine Darbietung im Zoo oder eine Aufführung im Theater. Ein zentraler Bezugspunkt ist dabei immer auch der antikoloniale Widerstand, der eine Inspiration dafür sein kann, wie es anders und besser geht.

Dekolonialer Stadtrundgang
Wann: 13.03.2019, 15:30 Uhr
Wo: Ecke Augustinerstraße/Am Hügel
Link zum Stadtrundgang

Ausstellung „Kolonialismus in Erfurt, 1503 bis heute“ vom 14.03.-11.05.2019

Vernissage mit Jovita dos Santos Pinto und Tahir Della
Wann: 13.03.2019, 18 Uhr
Wo: Haus Dacheröden Anger 37
Link zur Ausstellungseröffnung

Blog:  https://decolonizeerfurt.wordpress.com

In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Thüringen e.V., dem Eine Kultur: Haus Dacheröden.

 

26.02.2019 Stop making fear! Demonstration gegen Behördenwillkür

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Für den Dienstag, den 26. Februar, rufen der Migranten Omid Verein (MOVE e.V.), der Flüchtlingsrat Thüringen e.V., das Sprachcafé Erfurt und die Refugee Law Clinic Jena e.V. zu einer Demonstration vor der Ausländerbehörde Erfurt auf.

Gegen die Angst! Trotz gewalttätiger Abschottungs- und Abschreckungsstrategien gelang es im vergangenen Jahr 113.000 Menschen nach Europa zu gelangen. Einmal hier angekommen sind es oftmals Behörden und Ämter, die uns stets vor neue Hürden stellen und unentwegt neue Grenzen ziehen. Doch wir sind hier und wir ziehen da nicht mit! Wir wehren uns gegen die Behörden, die unsere Selbstbestimmung und unsere Rechte einschränken. Gegen Behörden, die uns isolieren und in Angst versetzen.

Wer darf bleiben – und wie dürfen wir bleiben – dürfen wir arbeiten gehen oder unsere Familien sehen – bekommen wir offizielle Ausweisdokumente oder nur Ersatzpapiere. Eine ganze Reihe existenzieller Fragen und die Umsetzung fundamentaler Rechte hängen entscheidend vom Handeln und Nichthandeln von Ausländerbehörden ab. Von Behörden, die sich unter der Regie des neuen Heimatministeriums zunehmend der Abschreckung und Abschiebung verschrieben haben.

Isolation durchbrechen und Teilhabe ermöglichen! Angefangen bei der persönlichen Identität bis zur eigenen Existenz stellen die Praktiken der Ausländerbehörden unsere Integrität und Menschenwürde in Frage. Währenddessen werden Familien, Freundinnen und Freunde durch die Mitwirkung derselben Behörden des Nachts aus ihren Betten oder Krankenhäusern gerissen, um sie in uns oft völlig unbekannte Länder abzuschieben. Es macht uns wütend, dass Ausländerbehörden die Rechte von Migrant*innen und Geflüchteten nach Gutdünken auslegen und uns der Zugang zu grundlegenden Rechten allzu oft verwehrt bleibt.

So stellt die Erfurter Ausländerbehörde vielen Menschen aus unklaren Gründen oft keine richtigen Ausweisdokumente aus oder verlangt diese gar zurück. Monatelang warten wir auf Reaktionen aus dem Amt. Termine bekommen wir nur noch über ein Online-Portal. Ob wir einen Internetzugang haben oder Deutsch verstehen, interessiert das Amt überhaupt nicht. Wenn wir uns dann nicht melden, ist es kaum möglich, einer Arbeit oder Ausbildung und damit dem gesellschaftlichen Leben nachzugehen.

In Deutschland ist es unmöglich, ohne gültige Papiere zu leben. Man kann sich nicht ausweisen, bekommt kein Konto, keine Wohnung und keinen Arbeitsplatz.

Wir kritisieren die Praxis der Ausländerbehörden in Erfurt und Thüringen und rufen alle, die hier sind, dazu auf, am Dienstag, den 26.02., um 15:30 in Erfurt für ihre Rechte aufzustehen. Wir fordern Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit. Wir wenden uns entschieden gegen jede Form der rassistischen Diskriminierungen und der Willkür von Behörden und Ämtern.

Wann: Dienstag, 26.02.2019, 15:30 Uhr
Wo:      Willy-Brandt-Platz, Erfurt
Weitere Informationen:   https://www.facebook.com/events/323770481593855/

25.11.2018 – Gedenken der Toten der Europäischen Außengrenzen

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Für das Wochenende vom 24./25. November ruft die SEEBRÜCKE Bewegung auf zum öffentlichen Gedenken an die Menschen, die an den europäischen Grenzen gestorben sind.

In Erfurt findet am Sonntag, den 25. November, um 14 Uhr auf dem Will-Brandt-Platz am Erfurter Hauptbahnhof im Rahmen des Aktionswochenendes eine Mahnwache in Gedenken an die Todesopfer an den europäischen Außengrenzen und als Zeichen gegen die tödliche EU-Abschottungspolitik statt.

Wann: Sonntag, 25.11.2018, 14 Uhr
Wo:      Willy-Brandt-Platz, Erfurt
Weitere Informationen:    https://www.facebook.com/events/2194104370830777/

 

10.11.2018 ab 22 Uhr – Sprachcafé Tanzparty

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Auf die guten alten Zeiten und in wohliger Erinnerung an die Premierenparty im November 2016 lädt das Sprachcafé Erfurt am 10. November ab 22 Uhr zur Tanzparty in den Stadtgarten Erfurt.
Zwei DJs aus Leipzig sorgen für die künstlerisch-musikalische Untermalung der Nacht.
22 – 24 Uhr „no eXotik! no turistiK! / Radioglobalistic“
24 – 4 Uhr „Andi – From the Leipzig Tribe of Peace“

Wann: Samstag, 10.11.2018, 22-4 Uhr
Wo:      Stadtgarten Erfurt, Dalbergsweg 2a, 99084 Erfurt
Eintrittsspende: 3 – 333€
Alle Einnahmen gehen als Spende an den Verein „Sea Watch e.V. – Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“.

Weitere Informationen:    https://www.facebook.com/events/971579566366161/